KLIMAtour in die Energiezukunft

Im Juni veranstaltete das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit „Architektur im Dialog“ eine KLIMAtour mit 35 Teilnehmer/innen. Ziele waren der Sitz der Firma JUWI GmbH im rheinhessischen Wörrstadt und die Windanlagen in der Pfalz.

Die Firma Juwi feierte gerade ihr 15 jähriges Bestehen. Von damals  zwei Firmengründern ist man inzwischen bei 1400 MitarbeiterInnen angelangt, davon 800 in Wörrstadt. Beeindruckend waren nicht nur die Bürogebäude, die zu den energieeffizientesten Gebäuden der Welt zählen und selbstverständlich guten Komfort bieten, sondern auch der Bus-Shuttle nach Mainz, der Kindergarten und die interne Akademie. Juwi projektiert und setzt Anlagen für erneuerbare Energien um. Konkret zeigte sich dies beim Solar- und Windpark in direkter Nähe der Firma. Ein „High“ –Light besonderer Art war dann der Besuch der weltgrößten Windkraftanlage am Schneeberger Hof im Donnersbergkreis.

Gegenüber den derzeit üblichen Windkraftanlagen mit einer Spitzenleistung von 2 Megawatt war der Unterschied der 6 Megawattanlage immens. Mit einer Nabenhöhe von 130 m und einem Rotordurchmesser von 126 m werden solche Anlagen der Firma Enercon normalerweise nur in Offshore-Projekten aufgestellt. Nun hat Juwi den Beweis erbracht, dass solch große Anlagen auch im Binnenland ohne Probleme mit Nachbarn oder dem Naturschutz aufgestellt werden können. Die Anlage hat nicht nur die dreifache Leistung, sondern auch doppelte Jahresnutzung. Mithin werden 18 Mio. kWh Strom jährlich produziert, so viel, wie etwa 6000 Haushalte verbrauchen. Eine große Anlage kann da sechs kleinere Anlagen ersetzen, günstig für die Landschaft. 

Der Pressesprecher von Juwi, Christian Hinsch, betonte, dass zur gleichen Zeit der Atomausstieg und das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Bundesrat besprochen werden: „Aber wir sind mit diesem Ausstieg nicht einverstanden, die Bundesregierung steigt auf der falschen Seite aus. Statt weiterhin Wind-Offshore-Projekte zu begünstigen, die nur Großkonzerne finanzieren können, setzt Juwi auf dezentrale Erzeugung, bei der der Windstrom nur die Hälfte kostet. Wir brauchen auch weniger neue Stromleitungen, wenn Strom aus Wind, Sonne und Biomasse dezentral verteilt auch in Süddeutschland erzeugt wird.“

Der Leiter des Energiereferats, Dr. Werner Neumann, betonte, dass diese KLIMAtour die Ziele der Frankfurter CDU/Grünen-Koalition aufnehme – bis zum Jahr 2050 soll Frankfurt vollständig und effizient mit  erneuerbaren Energien versorgt werden. „Etwa ein Viertel der erneuerbaren Energie kann in Frankfurt gewonnen werden, ein Drittel kann eingespart werden, knapp die Hälfte unserer Energie werden wir künftig aus der Region beziehen, und die Region wird davon wirtschaftlich profitieren. Wir bekommen jetzt schon Kartoffeln, Getreide und Wein aus der Region, und in Zukunft  Wind- und Solarstrom. Hier sehen wir, dass die Energiezukunft schon begonnen hat!“

Susanne Petry, Architektur im Dialog, die die KLIMAtours organisiert, freute sich, dass der Besuch bei der JUWI GmbH so viele neue und innovative Ansätze und Angebote aufgezeigt hat. „Juwi vermittelt uns, dass man aus Problemen nicht Bedenken entwickeln, sondern neue Lösungen suchen und umsetzen sollte.“ Bei den KLIMAtours öffnen Hauseigentümer ihre Keller und Dächer und zeigen, was ihre Passivbauten, Blockheizkraftwerke, Solaranlagen usw. so erfolgreich macht. Die Touren werden inzwischen nicht nur für die etwa 20 bis 30 internationalen Delegationen angeboten, die Frankfurts Klimaschutzprojekte jährlich besichtigen, sondern auch für alle interessierten Fachplaner und Bürger/innen. Weitere Informationen zu den Klimatours unter www.klimatours-frankfurt.de.

2 Kommentare

  1. Adrian

    Netter Post. Kann nicht schaden, sich mit der Thematik intensiver zu befassen. Werde auch die weiteren Artikel verfolgen.

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