Zum Bauklötze staunen

Dirk Justus kennt die Gewohnheiten, die Wünsche der Menschen nach warmem Licht. Und er sieht es immer wieder, dass herkömmliche Energiesparlampen nach unten hängende Mundwinkel verursachen. Das steril-kalte Leuchten zahlreicher Sparbirnen schreckt viele ab, ihre Wohnungen komplett umzurüsten.

Das war bei Familie Bäuchle ähnlich. Die herkömmliche Sparlampe vor der Haustür fristete ein Schattendasein. Und weil die Erfahrungen vieler Menschen ähnlich sind, hat es sich Justus mit seinem Büro JK Light Design zum Ziel gesetzt, Lichtkompetenz zu verbreiten, über die Güteklasse der Farben aufzuklären und „die Menschen dafür zu sensibilisieren, was auf den Lampen steht“.

Doch es geht auch um handfeste Ergebnisse. Bei Familie Bäuchle hat Justus die Schaltgewohnheiten überprüft und die Brenndauer der Lampen berechnet. Knapp 1600 Stunden brennen die Glühbirnen  in dem Reihenhaus im Jahr und verbrauchen dabei knapp 88 Kilowattstunden. Ein Verbrauch, der auf der Stromrechnung mit knapp 34 Euro zu Buche schlägt und die Umwelt mit 34 Kilogramm Kohlendioxid belastet.

Eine Bilanz, die Marieluise Bäuchle überrascht: „Ich hätte höhere Werte angekommen.“ Doch noch überraschter sind sie und ihr Mann nach den Zahlen, die Dirk Justus für die Zeit nach dem Austausch vorlegt. Der Austausch der acht Glühlampen gegen die LED-Leuchten wird die Stromrechnung auf knapp neun Euro senken – mit knapp 23 Kilowattstunden nur noch gut ein Viertel des früheren Wertes. Auch die CO²-Emission wird deutlich sinken – auf nur noch neun Kilogramm im Jahr. Seiner Verblüffung verleiht Peter Bäuchle mit folgenden Worten Ausdruck: „Das ist zum Bauklötze staunen.“  Und auch die Gattin ist entzückt: „Wir sparen jetzt Dreiviertel unserer Stromkosten, haben wunderbares Licht, es ist viel heller und für die Umwelt ist es auch besser – das ist doch einfach wunderbar.“

Ein riesiges Sparpotenzial

Mona Khamis kennt die landläufigen Ausflüchte ihrer Zeitgenossen. Die meisten denken, „sie hätten nur einen kleinen Haushalt und da komme es nicht so drauf an“, fasst die Architektin von JK Light Design die abwehrende Haltung vieler Mitmenschen zum Energiesparen bei der Beleuchtung zusammen. „Doch wenn jeder mitmacht, kommt am Ende ein riesiges Sparpotenzial zusammen.“
Den Beweis für diese Behauptung tritt sie bei dem Studentenpaar Teresa Steinbach und Martin Bretz in Bockenheim an. Sie präsentiert beiden eine Lösung, deren Zahlen am Ende für sich sprechen. » weiterlesen

Energielabels jetzt auch für Fernseher

Umweltdezernentin Manuela Rottmann: „A“ ist nicht automatisch gut fürs Klima

Was man von Waschmaschinen oder Kühlschränken schon seit Jahren kennt, gilt jetzt auch für Fernseher. Sie dürfen seit dieser Woche  europaweit nur noch mit einem Energie-Effizienz-Label verkauft werden.  Dabei steht „A“ für ein energieeffizientes Gerät in seiner Größenklasse, „G“ für einen Stromfresser. Allerdings hat die EU die Hürden zunächst nicht besonders hoch gelegt: Wie der BUND herausgefunden hat, schneidet kaum ein Gerät schlechter als „B“ ab.

Umweltdezernentin Manuela Rottmann rät deshalb dazu, sich von den Labels nicht blenden zu lassen. „Bedenken Sie auch, wie viel Energie und wertvolle Rohstoffe zur Herstellung eines Fernsehgeräts benötigt werden.“ In der Gesamtbilanz lohne sich zwar der Austausch eines alten Röhrengeräts oder eines älteren Plasmabildschirms, es mache jedoch keinen Sinn, einen funktionsfähigen LCD-Fernseher auszumustern.

Auf den Labels wiederum sollte man nicht nur die Effizienzklasse, sondern auch den tatsächlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden beachten. „Eine größere Bildschirmdiagonale erhöht nicht unbedingt das Filmerlebnis“, gibt Rottmann zu bedenken. „Im Kino mag schließlich auch niemand direkt vor der Großleinwand sitzen.“

 

Das Energiereferat hat eine Checkliste zum Kauf von sparsamen Computer und Fernseher herausgegeben. Weitere Informationen sind auch auf der Website von Frankfurt spart Strom oder beim BUND  erhältlich.

Der Sohn setzt auf Erleuchtung

Marieluise Bäuchle

Der Schuldige im Hause Bäuchle ist schnell ausgemacht. „Unser Sohn war der Auslöser“, sagen Marieluise und Peter Bäuchle unisono und wie aus der Pistole geschossen. Björn hat alles in die Wege geleitet, hat die Eltern überzeugt, die Anmeldung für den Wettbewerb des Energiereferates ausgefüllt und auf den Weg gebracht – und er war am Ende überglücklich, als sein Elternhaus in Nieder-Eschbach ausgewählt wurde..
Vater Peter allerdings hatte mit den herkömmlichen Spar-Leuchten keinen Vertrag. „Ich finde Energiesparlampen per se blöde“, sagt der 58-jährige Schienenbahnfahrer. Für dieses Urteil zieht er flugs ein begründendes Beispiel zu Rate: „Gucken Sie, wenn solche Energiesparlampen im Flur und über der Treppe hängen und ich schalte die ein, dann sind die erst richtig hell, wenn ich oben bin.“ „Genau“, hakt seine Frau ein, „richtig Licht machen  die wirklich erst, wenn der Markt schon verlaufen ist.“
Auch die Optik dieser Leuchtmittel missfällt  Marieluise Bäuchle.  Die Form sei nicht schön und das Licht erscheine ihr regelrecht kalt. „Und dann brummen die auch noch. Das stört einfach“, murrt die Beamtin. » weiterlesen

Serie: Die Beleuchter kommen – LED Lampen im Praxistest

Ob LED-Lampen ein vollwertiger Ersatz für Glühbirnen und Energiesparlampen sind, wollte das Energiereferat in einem Praxistest ausprobieren. Im September startete die Aktion “Die Beleuchter kommen“, bei der sich Frankfurter Haushalte für einen Lampentausch bewerben konnten. In unserer Serie  berichten zwei Familien von ihren Erfahrungen mit LED- Lampen.

Martin Bretz

Warten auf die Turbolampen

Da muss sich etwas ändern. Dieser Gedanke spukte Martin Bretz und Teresa Steinbach angesichts der hohen Stromkosten immer wieder durch den Kopf. „Doch mir war klar: Energiesparlampen kommen nicht ins Haus“, sagt der angehende Bauingenieur, der an der Frankfurter Fachhochschule studiert und in Bockenheim wohnt. Das kalte Licht, das lange Warten darauf, bis es hell wird – das waren für die beiden 26-Jährigen  Ausschlusskriterien.

„Ich wusste, dass sich mit den LED-Leuchten was tut“, sagt Bretz. „Und da wollten wir eben abwarten“, ergänzt Teresa Steinbach, die in Frankfurt spanisch und katholische Religion fürs Lehramt an Gymnasien studiert.

Seit gut einem Jahr lebt das Paar in dem Frankfurter Stadtteil. Licht spenden Glühbirnen, die in Fassungen geschraubt sind und an den Kabeln von der Decke hängen. Zudem gibt es Stehleuchten für den Schreibtisch und auf einem Sideboard. In der Summe sind es neun Glühlampen mit Leistungen zwischen 40 und 100 Watt. » weiterlesen

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