Ein warmer Ort als hoher Wert

Die Paulsgemeinde versucht sich im Energiesparen mit

Schildern und Hausmeisterrunden  

Die Gemeinde macht mit, doch der große Paukenschlag ist nicht zu erwarten. „Bei uns gibt es nichts so Spezielles“, sagt Andrea Braunberger-Myers, Pfarrerin der Frankfurter Paulsgemeinde, zu der die Alte Nikolaikirche am Römerberg  gehört. „Wir werden wieder Plakate an die Kirchentür hängen. Die sehen viele hundert Menschen, die auf dem Römerberg sind.“

Die Plakate sind in den Augen von Braunberger-Myers eine symbolische Aktion. Doch mit diesem kleinen Baustein will die evangelische Gemeinde ein Signal senden getreu dem Motto: Wir sind dabei und wir machen mit.

„Wir suchen nach vielen Möglichkeiten, Energie zu sparen“, sagt die Pfarrerin. Wo möglich, seien Energiesparlampen eingeschraubt, der Hausmeister drehe allabendlich seine Runde und sehe nach, ob das Licht in allen Räumen aus und die Heizung abgedreht seien. Zwei Handgriffe, an die zudem diverse Plakate an den Türen erinnern. Im vorvergangenen Jahr hatte Braunberger-Myers mit den Konfirmanden eine Energiebilanz gezogen und eine Liste zusammengestellt, mit welchen Schritten gespart werden kann. „Seither hängen überall die Schilder, die daran erinnern, die Heizkörper herunterzudrehen, wenn man als letzte Gruppe den Raum verlässt.“

Die Temperatur ist auch ein Thema in der Alten Nikolaikirche. Sie schluckt gerade im Winter viel Energie. Ständig kommen und gehen Besucher, um das bereits im Mittelalter begonnene Bauwerk am Römerberg anzusehen. Doch manchen Gast treibt nicht die Wissbegier um Baugeschichte und Glaube in die Kirche. „Wir haben eine soziale Verantwortung und es gibt Menschen, die brauchen auch im Winter einen warmen Ort“, sagt Braunberger-Myers. Dennoch ringt die Gemeinde damit, die Temperatur in dem Gemäuer um ein oder zwei Grad zu senken. „Wir wollen es ausprobieren und sehen, was das ausmacht, ob es noch warm genug ist. Denn wenn sich arme Menschen in der Kirche aufwärmen können, ist das auch ein Wert.“

Ganz andere Werte sind der Technik geschuldet. „Wir wissen, dass wir an manchen Stellen regelrechte Energiefresser haben. Doch das können wir nicht ändern.“ Gebäude wie das Gemeindeshaus zu sanieren, sei eine Frage der Investitionskraft.  Immerhin, von Seiten der evangelischen Regionalverbandes ist ein Umbau des Gemeindehauses angedacht. Bis dahin bleibt es bei vielen kleinen Schritten zum Energiesparen, wird der Hausmeister seine Runden drehen, werden die Schilder der Konfirmanden Gedächtnisstützen bleiben und werden sich arme Menschen bei ein oder zwei Grad weniger aufwärmen können.

1 Kommentar

  1. Andreas Stöckli via Facebook

    Das Radisson Bluist übrigens wie jedes Jahr auch dabei.
    Candlelight Dinner….. etc.

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