Der Deckenfluter als Stromfresser

Stromsparberatung Bornheim 2Der Bornheimer Ortsbeirat Stefan Schanz hat einen Energieberater zu Besuch

Wolfgang Ohlinger sitzt an einem Tisch im Wohnzimmer und lässt seinen Blick durch den Raum schweifen. Die Ecke gegenüber ist in seinen Fokus gerückt: Eine Halogenleuchte in der Kombination mit Deckenfluter und Leselampe treibt den Energieberater dazu, die Stirn in Falten zu legen. „Die müssen Sie austauschen“, sagt er mit Worten, die kaum einen Widerspruch dulden und liefert seiner deutlichen Aufforderung einige Zahlen hinterher. Zahlen, die Stefan Schanz erstaunen lassen.

Als Mitglied des Ortsbeirates 4 hat Schanz die Rolle eines Klimaschutzbotschafters übernommen und geht mit gutem Beispiel voran. „Ich will schließlich wissen, worüber ich rede“, sagt der ehemaliger Vorsitzende des Vereinsringes Bornheim. Als das städtische Energiereferat Ende März die Kampagne „Frankfurt spart Strom“ im Stadtteil gestartet hat, machte Schanz gleich einen Termin für eine Stromsparberatung aus.

Und die zeigt nach wenigen Minuten schon einen ersten Erfolg. „Der Deckenfluter strahlt so viel Wärme ab, den können Sie auch als Heizung benutzen“, bringt Ohlinger die Energiebilanz des Deckenfluters anschaulich auf den Punkt. Bei zwei Stunden Leuchtdauer pro Tag und einer Leistung von 300 Watt summiert sich der Verbrauch auf 200 Kilowattstunden im Jahr. Ein Verbrauch, der sich ohne Aufwand und mit überschaubaren Kosten deutlich wird reduzieren lassen.  Je nach Qualität und Bauart einer entsprechenden Energiespar- oder LED-Lampe sei ein Minus bis zu 180 Kilowattstunden möglich, was eine Ersparnis von knapp mehr als 40 Euro im Jahr ausmacht.

Der Deckenfluter ist nicht der einzige Stromfresser, den Ohlinger ausmacht. Im Badezimmer ist eine Leuchte mit einer herkömmlichen 60-Watt-Birne. Laut Schanz brennt sie am Tag etwa 1,5 Stunden, was einen Jahresverbrauch von 30 Kilowattstunden ausmacht. Ohlingers Rat: Austausch gegen eine Energiesparlampe mit 11 Watt. „Bei den neuen Lampen ist auch das Quecksilber kein Thema mehr, die funktionieren mit Mangan.“ Diese Lampe wird den Jahresverbrauch auf nur noch fünf Kilowattstunden summieren. „Und durch die Ersparnis, hat sich die neue Lampe in einem halben Jahr amortisiert.“

Die Beleuchtung von Wohnungen ist ein beliebtes Thema eines jeden Stromsparberaters. Denn ein Wechsel von Lampen, Birnen und Röhren ist meist ohne großen Aufwand möglich und bringt einiges. Laut Ohlinger gehen zwischen zwölf und 16 Prozent des Gesamtstromverbrauches eines Haushaltes auf das Konto der Beleuchtung.

Im Haushalt des Ortsbeirates entdeckt der Fachmann allerdings noch einige andere Stellen, an denen sich sparen lässt. Eine ist das Gefrierfach. „Essen Sie die Sachen Zug um Zug auf und dann wird abgetaut“, legt Ohlinger dem Ortsbeirat nahe und liefert die Zahlen gleich hinterher. „Jeder Millimeter Eis braucht sechs Prozent Energie mehr.“ Als weiterer Stromfresser ist der Heizlüfter im Bad ausgemacht. „Wärme mit Strom zu erzeugen, ist grundsätzlich überhaupt nicht sinnvoll. Da wird die CO²-Bilanz kriminell.“

Am Ende der knapp zweistündigen Beratung wird für Stefan Schanz eine Ersparnis von jährlich 100 bis 120 Euro stehen. Der Aufwand dafür ist gering. „Den Kühlschrank abzutauen und den Heizlüfter zu entsorgen, kostet nichts.“, sagt Ohlinger. Und um die Temperatur in Bad und Wohnzimmer besser zu steuern, empfiehlt der Berater elektronische Thermostate. Die und der Austausch der Leuchtmittel würden zusammen etwa 70 Euro kosten. Ausgaben, die nach einem Dreivierteljahr durch die reduzierte Stromrechnung locker wieder eingespart sind.  Stefan Schanz ist überrascht und überzeugt zugleich: „Das hat sich gelohnt“, sagt der Ortsbeirat und wird die Werbetrommel fürs Stromsparen fortan unüberhörbar schlagen.

1 Kommentar

  1. spar-helferchen

    Die Deckenfluter sind wirklich wahre Stromvernichter. Wenn man schon 60W Glühbirnen verbietet, dann kann man solche Dinger eigentlich nicht mehr auf dem Markt lassen. Zum Glück tut sich langsam was in Sachen R7s LED, aber eine Leistung eines 300W Deckenfluters wird es in einer so kleinen Bauform wohl nicht so bald in LED geben.

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