Masterplan für 100 Prozent Klimaschutz

Bundesumweltministerium fördert Frankfurt auf dem Weg ins post-fossile Zeitalter

Frankfurts Bürger können den Übergang vom fossilen Zeitalter in eine komplett regenerative Energieversorgung mitgestalten. Erst im Januar hatte Umweltdezernentin Manuela Rottmann im Heizkraftwerk West ein erstes Konzept für eine fast CO2-freie Energieversorgung der „Green City“ vorgestellt. Jetzt ist Frankfurt am Main in das Förderprogramm „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums aufgenommen worden.

Unter intensiver Beteiligung der Bürger kann nun das Energie- und Klimaschutzkonzept bis zum Jahr 2050 fortgeschrieben werden. Die ambitionierte Planung, wie die Mainmetropole zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgt werden könnte, wird in den nächsten Jahren mit einer Förderung des Bundesumweltministeriums von 80 Prozent der Kosten, konkret mit 873.000 Euro unterstützt.

In Berlin überreichte der ehemalige Bundesumweltminister Norbert Röttgen den Förderbescheid an Werner Neumann, Leiter des Energiereferats im Umweltdezernat. Mit dem Projekt „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ soll ein langfristiges Konzept entwickelt werden, wie der Energieverbrauch um die Hälfte gesenkt werden kann.

Die andere Hälfte soll vollständig mit Energie aus Sonne, Wind und Biomasse gedeckt werden. So kann eine Senkung der CO2-Emissionen um über 95 Prozent erreicht werden. Heute verursacht ein Einwohner Frankfurts durchschnittlich noch knapp zwölf Tonnen CO2 pro Jahr. Langfristig verträglich sind nur zwei bis drei Tonnen – das entspricht dem heutigen CO2-Fußabdruck der Ernährung. .

Am 1. Juni wird ein auf etwa vier Jahre angelegter Prozess mit breiter Beteiligung der Öffentlichkeit und Fachwelt beginnen. Dabei sollen mehrere Studien erstellt werden, es wird regelmäßig ein Forum „100 Prozent erneuerbare Energie“ durchgeführt werden und es soll in einzelnen Stadtteilen mit der Umgestaltung in Richtung auf 100 Prozent Klimaschutz begonnen werden.

Frankfurt am Main ist durch seine Politik und Erfahrungen mit Passivhäusern und energieeffizienten Bürohäusern, mit Kraft-Wärme-Kopplung, Solarenergie und seinem Stromsparprogramm schon gut vorbereitet. Die Umgestaltung einer gesamten Stadt, die Koordination und vor allem die Motivation von Bürgern und Unternehmen auf ein gemeinsames Ziel – 100 Prozent erneuerbare Energie – ist eine große Herausforderung, wie Umweltdezernentin Manuela Rottmann betonte.

„Wir haben ein klares Ziel, aber wie man es erreicht, wollen wir mit den Bürgern gemeinsam bestimmen“, sagte Rottmann. „Wir wollen Konzepte zum Nachmachen entwickeln, für Haushalte, für Häuser, für Wohnsiedlungen, Stadtteile. Wir wollen mit dem Regionalverband und dem Land Hessen zusammen arbeiten, denn die Hälfte der künftigen Energieversorgung wird vor allem durch Windenergie aus der Rhein-Main-Region und Hessen nach Frankfurt kommen.“

„Wir wollen zeigen, dass dezentrale und regionale Konzepte effektiver, wirtschaftlicher und akzeptabler sind“, erklärte Neumann. „Gerade wurde in Frankfurt ein ‚virtuelles Kraftwerk‘ zum Ausgleich von Wind- und Sonnenenergie eingerichtet. Wenn wir unsere Möglichkeiten vor Ort nutzen, brauchen wir auch weniger Großkraftwerke und weniger neue Hochspannungsleitungen“, ist sich der Energieexperte sicher.

Frankfurt am Main wird sich im Rahmen des „Masterplans“ mit weiteren 18 geförderten Kommunen und Landkreisen austauschen und auch gemeinsame Initiativen starten, denn zahlreiche Gesetze und Rahmenbedingungen müssen noch auf das Ziel „100 Prozent Klimaschutz“ ausgerichtet werden. Die Kommunen sind hier das Labor für Lösungen für eine breite Umsetzung von Klimaschutz, Energieeinsparung und erneuerbare Energien.

Weitere Informationen erhalten Sie auch beim Bundesumweltministerium.

1 Kommentar

  1. Dieter_B

    Schön, dass sich die Städte vor Ort um die Zukunft sorgen, schließlich haben ja einige Frankfurter „Unternehmen“ viele Zukünfte in der ganzen Welt zerstört. Also kann auch mal ein positiver Anstoß aus Deutschland kommen, das wäre doch mal was.

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