Stadtteilkampagne Bornheim: „Das Ergebnis war deutlich“

Energieberatung bewirkt Umdenken in der Malteser Apotheke

Seit einigen Tagen hat ihn Jürgen Häferer schwarz auf weiß: den Bericht des Energieberaters. Und was Klaus Brenner da zusammengetragen und herausgefunden hat, lässt den Apotheker und Besitzer der Bornheimer Malteser-Apotheke die Stirn runzeln. „Ich war ziemlich überrascht, welch hohe Stromkosten die Klimaanlagen verursachen.“ Für Häferer ist klar – er wird handeln: Eine oder gar beide Klimaanlagen sollen so bald wie möglich ausgetauscht werden. Andere Veränderungen werden nach und nach folgen.

In akribischer Kleinarbeit hatte Energieberater Klaus Brenner die Apotheke inspiziert, sämtliche Geräte und Leuchtmittel erfasst. Am Ende der Energieberatung standen zwei Posten ganz oben auf der Liste: die beiden Klimaanlagen und die Heizlüfter. Geräte, die den Stromzähler schwindelerregend rotieren lassen. „Wenn man das überlegt, das macht bald die Hälfte der Stromkosten aus“, sagt Häferer.

Der Austausch der Klimaanlagen soll also bald kommen. Für den Apotheker eine Investition, die sich jedoch in einigen Jahren gerechnet haben soll. Denn moderne Klimaanlagen brauchen weniger als die Hälfte des Stromes, den die Oldtimer in der Apotheke aus dem Netz ziehen. Laut Energieberater Brenner könne durch den Wechsel die Stromrechnung um etwa 500 Euro pro Jahr geringer ausfallen – und der Ausstoß an Kohlendioxid würde um etwa 1000 Kilogramm reduziert.

Für den Apotheker ging die Energieberatung mit einem Erkenntnisgewinn der anderen Art einher: „Wir überlegen künftig genau, wie wir die Geräte einstellen.“ Seinem Team hat Häferer daher auch nahegelegt, an heißen Tagen auch mal die weißen Kittel abzulegen, statt die Klimaanlage einzuschalten. Aber auch der Chef hat seinen Umgang mit den Geräten geändert: „Ich hatte in diesem Jahr die Klimaanlage in meinem Büro bisher noch keinen Tag eingeschaltet“, sagt Häferer und fügt schmunzelnd hinzu: „Wir hatten hier ja manchmal fast einen Eispalast.“

Schwierig indes gestaltet sich ein Verzicht auf die Heizlüfter. „Das ist ein bauliches Problem“, sagt Häferer, der die Räume der Apotheke gemietet hat. Viele der Heizkörper sind so verbaut, dass die Wärme sich nicht verteilen kann. „Das reduziert die Heizleistung in sehr hohem Maße“, urteilte Energieberater Brenner, der zugleich einen sehr hohen Verbrauch an Gas für die Heizungsanlage festgestellt hat.

In den vergangenen Wintern bliesen daher zwei, manchmal auch drei Heizlüfter. „Uns war wirklich nicht bewusst, wie viel Strom die fressen“, sagt der Apotheker. „Wir wissen auch nicht, wie wir die Heizlüfter ersetzen können, doch wir werden sie deutlich sparsamer einsetzen“. Er wird zu einem altbewährten Mittel greifen, um die warme Luft, die sich unter der Deckel sammelt, in den Räumen zu verteilen: ein simpler Ventilator. „Das wird was bringen.“

Gebracht hat die Beratung bereits eine Ersparnis: Das warme Wasser aus dem Boiler ist nicht mehr ganz so heiß wie zuvor. Das Zurückfahren der Wassertemperatur von 60 auf 40 Grad hat den Stromverbrauch um nahezu die Hälfte reduziert.

Auch eine zweite Sofortmaßnahme hat Häferer ergriffen: Für einige der Schaufensterbeleuchtungen hat er Zeitschaltuhren besorgt und angebracht. „Die müssen im Sommer doch nicht den ganzen Tag über Leuchten.“

Mit vielen kleinen und einigen großen Schritten sollte der Stromverbrauch der Apotheke deutlich zurückgehen – und damit auch die Belastung der Umwelt durch den Ausstoß von Kohlendioxid. Für Häferer ist klar: Die Energieberatung hat sich mehr als gelohnt. „Das war sehr, sehr hilfreich für mich – und wird es auch für andere sein.“

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