Kurbeln für Erleuchtung

Daniel Daub hat ein bisschen etwas von seinem düsentriebigen Vornamensvetter:  Wenn er sich über die alten Kurbelgeneratoren aus Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) beugt, die zerbrechlich wirkenden Griffe einige Male dreht und ein paar Armlängen weiter der Kohlefaden in der Glühbirne glimmt, dann huscht dem Studenten der Hochschule für Gestaltung in Offenbach ein stolzes Lächeln über das Gesicht: Die Leuchtkraft wirkt und funktioniert.

Was so simpel aussieht wie aus einem Tüftelkasten für Hobbystromer hat mit einer einfachen Frage seinen Lauf genommen: „Wie viel Kraft muss ich aufbringen, um eine Birne zum Leuchten zu bringen?“, formuliert Daub, was seine Station für die Ausstellung „Frankfurt Light“ zeigen soll.

Verschiedene Leuchtmittel brauchen unterschiedlich viel Energie ist eine Tatsache, die seit vielen Jahren zur Allgemeinbildung gehören. Diese Erkenntnis wollte Daub spürbar machen und kam auf die Idee, dass der Strom im Handbetrieb erzeugt werden soll. Bei seiner ziemlich aufwändigen Recherche stieß er dann auf die Kurbelgeneratoren, die genau das machen, was Daub wollte: Die Induktoren lassen sich deutlich schwerer drehen, wenn sie mehr Strom erzeugen müssen.

Nachdem er zehn der Kurbelkisten zum Preis von jeweils 29 Cent bestellt hatte, fing das Basteln an: Kabel verbinden die Generatoren mit Stehlampenständern, die jeweils zum Leuchten-Typ passen – gedrechseltes Holz im Stile des Gelsenkirchener Barock trägt die Fassung mit der Glühbirne, die Halogenleuchte und die LED ruhen auf Metallständern im Gewinde. Das jeweilige Leuchtmittel fordert entsprechend seines Verbrauches viel Strom und demnach viel Kraft. Professorin Petra Kellner ist vom simplen, aber eindrucksvollen Aufbau und Prinzip ziemlich angetan: „Das ist total begeisternd“, sagt sie und strahlt einen ihrer Studenten an, der mühevoll die Kurbel für die Glühbirne rotieren lässt.

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