Schock mit Lichtschlauch an der Leipziger Straße

Frankfurter Klima-AlltagViele Jahre nagten die Stromrechnungen an Isabelle Routisseau. Stattliche Summen kamen da zusammen. „Ich dachte oft, da muss ich was tun“, sagt die Chefin der Galerie Hake im Hof der Leipziger Straße 35. Also nahm sie sich vor, nach Fachleuten zu suchen, „aber ich kam nicht weiter“, sagt sie. „Ich wusste, ich schlucke viel Strom, habe super hohe Rechnungen, immer wieder Nachzahlungen.“ Nachdem der erste Anlauf verpuffte, ging sie an den Interessenverband der Händler, doch auch bei der IHK war ihr kein Erfolg beschieden. Bis eines Tages das Telefon klingelte und das städtische Energiereferat am anderen Ende war. „Da wollte ich niemanden Abwimmeln, da wollte ich bloß, dass die schnell kommen.“

Zwei Wochen später standen die Fachleute vor der Tür. „Die haben alles geprüft, jedes einzelne Gerät, jede Glühbirne und jede Halogenleuchte“, erinnert sich Routisseau. Mehr als drei Stunden waren die Berater am Werk, notierten jede Menge Daten und nahmen Messungen vor. „Ich dachte zunächst, die werden bestimmt bei den Geräten hängen bleiben“, sagt die Chefin des Ensembles mit dem mediterranen Flair.

Aber es waren weder die Küchengeräte noch die Pressen für die Bilder – im Fokus hatten die Energieberater die Beleuchtung. „Im Bericht hatte ich es dann schwarz auf weiß: Wenn ich die Lampen auswechsele, kann ich bis zu 40 Prozent Strom sparen.“

Eine Rechnung, die Routisseau noch immer verblüfft und längst zu einem anderen Umgang mit dem Gut Elektrizität verleitet hat. „Wenn ich früher eine, anderthalb Stunden vor Öffnung kam, habe ich erst einmal die Kaffeemaschine und alle Lichter angemacht.“ Inzwischen bleibt die Beleuchtung weitgehend aus. Auch das spart Strom, spart Geld und schon die Umwelt.

Café in der Galerie HakeEinige wenige Lampen indes sind rund um die Uhr an. „Und wenn man das alles zusammennimmt, läppert es sich schon.“ Ein alles andere als läpperiger Posten hingegen ist der Lichtschlauch, der über den Hof drapiert ist und ihn in heimeliges Licht taucht, wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt. „Als ich hörte, dass dafür etwa 1.800 Euro an Stromkosten zusammenkommen, war ich echt schockiert. Seit ich das weiß, habe ich ihn nicht mehr angemacht.“

Doch im Dunkeln werden die Gäste der Hof-Galerie nicht sitzen, wenn sie auf Kaffee und Kuchen, Wein und Wraps oder Salat und Saft warten: „Sobald der neue Schlauch mit LEDs da ist, gibt es wieder Licht.“ Und auch die Fenster mit den vielen Accessoires fürs traute Heim werden wieder erhellt – mit LED-Spots.

Der Wechsel an Lichtquellen vollzieht sich auch über dem Platz, an dem Bilder eingepasst werden. Die 100-Watt-Spots werden ebenfalls ersetzt. Unterm Strich investiert Isabelle Routisseau gut 3500 Euro in ihr Geschäft – eine stattliche Summe, doch nach Berechnungen der Energieberater sollte diese binnen einen Jahres wieder eingespart sein. „Und das müsste sich schon bei der nächsten Stromrechnung im Frühjahr bemerkbar machen“, ist die Galerie-Chefin zuversichtlich.

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