Fische als Stromfresser

Energieberatung

Matthias Mai hat ein klares Ziel: „Ich möchte den Stromverbrauch um wenigstens ein Drittel senken, die Hälfte wäre natürlich wunderbar.“ Gelassen und mit einem Schmunzeln spricht der Inhaber aus, was er von der aktuellen Schaufensterkampagne des Frankfurter Energiereferates erwartet. Und damit reiht sich der Inhaber des Traditionsgeschäftes Zoo Mai ein in gut zwei Dutzend Frankfurter kleine und mittelständische Unternehmen, die sich an der neuen Stromsparkampagne beteiligen.

Beim Blick auf die Stromrechnung für das vorangegangene Jahr staunt auch Energieberater Peter Gärtner. „Bei 73 000 Kilowattstunden im Jahr lohnt es sich schon, einmal ganz genau zu gucken“, kommentiert er die Dokumente des Energieversorgers und spricht von einem Batzen Geld, den Mai da zu zahlen habe.

Für die hohe Drehzahl des Messgerätes ist eine Vielzahl von Geräten verantwortlich. Die allesamt zu inspizieren, macht sich an diesem Vormittag Peter Gärtner auf Tour durch den Laden. Seit 15 Jahren ist Zoo Mai in der Stiftstraße 16 zu Hause, zuvor war das Fachgeschäft in der direkten Nachbarschaft angesiedelt. Gegründet hatten den Betrieb die Großeltern von Matthias Mai in der Ottostraße in der Nähe des Hauptbahnhofes. Sie hatten 1954 die Futtermittelhandlung Koch übernommen, diese Zug um Zug ausgebaut, um auch Vögel und Kleintiere zu verkaufen.

Für viele Frankfurter mit dem Hobby Aquaristik und Terraristik ist Zoo-Mai eine feste Größe. Doch Fische, Frösche, Lurche und Molche brauchen ebenso wie Vögel und Kleintiere eine Umgebung, die nur mit dem Einsatz von Energie zu schaffen ist. „Unsere Fische benötigen Wassertemperaturen von 24 bis 26 Grad“, beschreibt Matthias Mai eine der Konditionen. Also gilt es, jedes der etwa zwei Dutzend Aquarien auf Temperatur zu bringen – und auch zu halten.

Dazu muss im Sommer die Klimaanlage laufen, denn bei mehr als 30 Grad „fangen die Fische an zu kochen“, witzelt Mai und deutet auf die beiden Klimaanlagen, die installiert sind unter den Kuppel-Fenstern im Flachdach, das einen Teil der Verkaufsfläche überspannt. Zudem erfüllen die Klimaanlagen einen Nebeneffekt: Sie reduzieren die hohe Luftfeuchtigkeit, die sich wegen der Wasserverdunstung durch die Aquarien bildet.

Doch neben Klimaanlagen und Heizung für Aquarien und Terrarien schlägt auch die Vielzahl von Lichtquellen auf die Stromrechnung. Daran hat Matthias Mai bereits vor geraumer Zeit begonnen, die Schraube zu drehen. „Wo es geht, ersetze ich Halogen- und andere Lampen durch LEDs“, sagt der Inhaber und zeigt auf die Stripes, die den Wasserpflanzen Licht zum Wachsen liefern.

Doch dieses Licht ist nicht für alle Belange Energieberatungoptimal. So muss die Beleuchtung für Vögel und Reptilien auch einen Anteil an UVA und UVB-Licht enthalten, das aber leisten gegenwärtige LED-Leuchten noch nicht. Und für Aquarien scheiden LEDs, so es sie überhaupt gibt, aus Kostengründen aus. „Die müssen ja dann auch wasserdicht konstruiert sein, und das ist noch viel zu teuer“, sagt Mai.

Peter Gärtner hört genau zu und nimmt mit Matthias Mai nahezu jede Quelle unter die Lupe, die Strom benötigt. Nachdem beide die etwa 300 Quadratmeter große Verkaufsfläche durchkämmt haben, ist der Block des Energieberaters gefüllt mit einer Vielzahl von Zahlen und Notizen. Diese wird der Ingenieur in den nächsten Wochen auswerten und schauen, welche Möglichkeiten Mai hat.

Der ist derweil gespannt auf die Empfehlungen des Fachmannes, um seinen Verbrauch von
73 000 Kilowattstunden im Jahr zurückzuschrauben. Und während Peter Gärtner rechnet und zugleich nach energiesparenden Alternativen Ausschau hält, ist Matthias Mai zur Fleißarbeit angehalten. Mit Verbrauchsmess-Geräten soll er herausfinden, wie viel Strom zum Beispiel die Heizungen der Aquarien ziehen.

Der Energieberater indes ist zuversichtlich, denn die Voraussetzungen seien bestens. „Es gibt sehr viele Stromverbraucher sowie einen Inhaber, der sparen möchte, aufgeschlossen ist und schon erste Schritte gegangen ist, da wird es sich am Ende bestimmt lohnen.“

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