Kühlen & Gefrieren

…macht im durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt ca. 14% des Stromverbrauchs aus

Kühlschrank

© Jaroslav Machacek / Fotolia.com

Energieeffizient kühlen mit modernen Kühl- und Gefriergeräten: Zu den größeren Stromverbrauchern im Haushalt gehören die Kühl- und Gefriergeräte. Durchschnittlich 14 Prozent des Stromverbrauchs eines 4-Personen-Haushalts entfallen auf diesen Bereich (Quelle: Energieagentur NRW). Kühlgeräte werden in der Regel über viele Jahre betrieben. Dadurch finden sich in den Haushalten Geräte, die oft 10 bis 20 Jahre alt sind. Der große Nachteil von alten Kühlgeräten ist ein deutlich höherer Stromverbrauch gegenüber neuen Geräten mit höherer Energieeffizienzklasse.

Ob ein Haushalt im Kühlbereich Energie einsparen kann, lässt sich relativ leicht feststellen: mittels eines Strommessgeräts, das zwischen Steckdose und Anschluss montiert wird. Das Messgerät kann für eine Woche zwischengeschaltet werden und den ermittelten Stromverbrauch zwischenspeichern. Dies ist notwendig, da ein Kühlschrank nicht dauerhaft im Betrieb ist, sondern der Kompressor sich je nach Innentemperatur ein- oder ausschaltet. Falls Sie über ein Strommessgerät verfügen, das in der Lage ist, die Stromkosten für ein Jahr hochzurechnen, so entfällt die folgende Berechnung:

Gehen wir davon aus, ein Gerät verursacht einen wöchentlichen Stromverbrauch von 7 kWh, der auf dem Messgerät abgelesen werden kann. Wird dieser Wert mit den 52 Jahreswochen multipliziert (7 kWh * 52 Wochen), dann ergibt dies einen jährlichen Stromverbrauch in Höhe von 364 kWh. Bei einem Strompreis von 28 Cent pro kWh, verursacht der Kühlschrank 102 Euro Stromkosten.

Tipp: Das Ausleihen von Strom-Messgeräten ist an verschiedenen Stellen in Frankfurt am Main kostenlos möglich.

Wenn Sie in Erfahrung bringen möchten, ob sich der Austausch Ihres Kühlgeräts wirtschaftlich lohnt, dann empfiehlt sich die Nutzung einer Vergleichsliste im Internet. Über diese Datenbanken können Sie recherchieren, wie viel Energie aktuelle Vergleichsgeräte verbrauchen. Wir können z.B. folgende Datenbanken empfehlen: N.E.I.-Datenbank und Eco Top Ten. Energieeffiziente Geräte sind zwar meist teurer, doch eine höhere Investition rechnet sich oft schon nach wenigen Jahren.

Grundsätzlicher Hinweis:  Beim Neukauf von Kühl- und Gefriergeräten können heute Geräte mit den Energieeffizienzklassen Euro-Label A++ oder A+++ erworben werden. Sollte sich der Austausch ihres Kühlgeräts aus wirtschaftlichen Gründen nicht lohnen, oder Ihr Gerät bereits effizient arbeiten, dann empfehlen wir Ihnen die folgenden Regeln im Betrieb anzuwenden:

Temperatur   Es ist ausreichend, wenn der Kühlschrank im oberen Fach eine Temperatur von +7 Grad Celsius erreicht. Kälter müssen Sie den Kühlschrank nicht einstellen. Gefrierschränke sollten eine Temperatur von -18 Grad nicht unterschreiten. Zur Feststellung der Temperatur ist ein Thermometer unumgänglich. Zahlreiche neue Kühlgeräte sind mit einem Thermometer ab Werk ausgestattet. Sollte kein Thermometer eingebaut sein, kann dieses im Handel kostengünstig erworben werden. Dies ist wichtig, denn um jedes Grad, um das Sie Ihr Kühlgerät kälter stellen, erhöht sich der Stromverbrauch um etwa 6 Prozent.
Vereisung Der Vereisungsgrad von Kühlgeräten ist ein weiterer Einflussfaktor zur Reduzierung des Stromverbrauchs. Eine Eisschicht wirkt wie eine Isolation und verhindert, dass die Wärme aus dem Gerät nach außen transportiert wird. Dadurch bleibt das Kühlaggregat länger als nötig in Betrieb und verursacht höhere Stromkosten. Eine Vereisung kann durch regelmäßiges Abtauen des Geräts verhindert werden.
Dichtung Durch defekte und nicht mehr eng anliegende Dichtungen wird ein stetiger Luftaustausch in Kühl- und Gefriergeräten gefördert. Hierdurch wird die Vereisung der Geräte gefördert, was sich auch auf den Stromverbrach der Geräte auswirkt. Prüfen Sie die Dichtungen ihres Kühlgeräts. Sollten Sie undichte Stellen aufspüren, ist die Dichtung vielleicht bereits brüchig und sollte ersetzt werden.
Befüllung und Ordnung Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kühlgerät gut gefüllt ist. Bei gefüllten Geräten entweicht in der Regel weniger Luft als bei fast leeren Geräten. Das bedeutet, dass die wenige, neu einströmende Luft, schneller gekühlt ist und damit das Kühlgerät weniger arbeiten muss. Achten Sie beim Befüllen Ihres Geräts auch auf eine gewisse Ordnung, damit die Kühlwaren ohne lange Suchzeiten gefunden werden. Denn je kürzer das Kühlgerät geöffnet bleibt, desto weniger einströmente Luft muss gekühlt werden.
Standort und Abwärme                                     Kühl- und Gefriergeräte mögen es kühl und sollten dort aufgestellt werden, wo keine unmittelbare Wärmequellen (Herd oder auch die Sonneneinstrahlung) den Kühlaufwand erhöhen. Außerdem sollten Kühlgeräte möglichst dort aufgestellt werden, wo die Abwärme der Geräte gut abgeführt werden kann. Es sollte darauf geachtet werden, dass die an den Geräten befindlichen Luftschlitze nicht blockiert werden.

Weitere Tipps:

  • Sie besitzen mehrere Kühl- oder Gefriergeräte? Überlegen Sie genau, ob Sie wirklich alle Geräte benötigen. Ein alter Zweitkühlschrank im Keller verursacht hohe Stromkosten!
  • Lassen Sie Tiefgefrorenes im Kühlschrank auftauen.
  • Lassen Sie die Tür Ihres Kühlschranks nicht zu lange offen stehen.
  • Stellen Sie warme Speisen nicht in den Kühlschrank. Warten Sie, bis die Speisen Raumtemperatur angenommen haben.
  • Überlegen Sie sich genau, wie groß Ihr neuer Kühlschrank sein muss. Die Größe des Geräts bestimmt zum wesentlichen Teil den Stromverbrauch.
  • Eine Glühbirne als Kühlschrankbeleuchtung sorgt durch ihre große Wärmeabgabe für einen erhöhten Stromverbrauch des Kühlgeräts. Tauschen Sie die alte Kühlschrankbeleuchtung gegen moderne LED-Beleuchtung aus.

Im folgenden Video der Energieagentur NRW werden ebenfalls zahlreiche hilfreiche Tipps rund um energieeffiziente Kühlschränke und Haushaltsgeräte präsentiert: